Für pflegende Angehörige

Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige: wie man eine findet

Es gibt mehr Gruppen, als im Internet auffindbar sind. Viele treffen sich seit Jahren, ohne je eine Seite angelegt zu haben. Deshalb führt die Suche nach „Selbsthilfegruppe" oft ins Leere, obwohl drei Kilometer weiter eine existiert. Hier stehen die vier Stellen, die es verlässlich wissen.

Wo man wirklich fragt

Die Beratungsstelle für Pflege im eigenen Landkreis

Oft Pflegestützpunkt genannt, das Gespräch kostet nichts und braucht keinen Antrag. Dort liegt die aktuelle Liste der Gruppen in der Umgebung, oft auch derer ohne Internetauftritt. Ein Anruf erspart eine Woche Suchen.

Die Selbsthilfe-Kontaktstelle der Stadt oder der Region

Es gibt sie fast überall, und ihre einzige Aufgabe ist, Gruppen und Suchende zusammenzubringen. Sie kennt auch die Gruppen zu einzelnen Krankheitsbildern, was bei Demenz oder nach einem Schlaganfall meistens die passendere Runde ist als eine allgemeine.

Die eigene Pflegekasse

Sie muss auf Nachfrage Beratung und Angebote in der Nähe nennen, und sie fördert Selbsthilfegruppen finanziell, kennt also die, die es gibt. Der Anruf ist unangenehm kurz und meistens ergiebig.

Wohlfahrtsverbände, Kirchengemeinden, Krankenhaus-Sozialdienst

Viele Gruppen hängen an einem Träger und treffen sich in seinen Räumen. Wer nach einem Krankenhausaufenthalt pflegt: Der Sozialdienst dort weiß es und ist der einzige Ansprechpartner, den man in dieser Zeit ohnehin schon vor sich hat.

Was in einer Gruppe passiert, damit es keine Überraschung ist

Meist ein Treffen im Monat, ein bis zwei Stunden, acht bis fünfzehn Leute, ein Stuhlkreis und Kaffee. Manche Gruppen sind moderiert, andere leiten sich selbst. Man muss nichts vorbereiten, nichts erzählen und nichts bezahlen. Zuhören beim ersten Mal ist völlig normal, und niemand fragt, warum man nur zuhört.

Der Teil, den man vorher nicht erwartet: Es geht dort weniger um Ratschläge als darum, Sätze zu hören, die man selbst denkt und nie gesagt hat. Dass man erschöpft ist. Dass man manchmal wütend ist auf den Menschen, den man pflegt. In einer Runde, in der das alle kennen, verliert dieser Gedanke seine Schwere. Das ist der eigentliche Grund, warum Gruppen wirken.

Die zwei Gründe, an denen es meistens scheitert

„Ich kann nicht weg, es ist niemand da"

Das ist der häufigste Grund und ein lösbarer. Genau für solche Stunden gibt es stundenweise Betreuung, und bei anerkanntem Pflegegrad zahlt die Pflegekasse dafür. Die Beratungsstelle klärt das im selben Gespräch, in dem man nach der Gruppe fragt. Zusammengestellt: Unterstützung und Entlastung.

„Am Abend habe ich keine Kraft mehr für fremde Leute"

Ein ehrlicher Grund, und ein Treffen im Monat ist tatsächlich nicht für jeden das Richtige. Für diesen Fall gibt es Runden, die online stattfinden, und schriftlichen Austausch, den man um Mitternacht führen kann: Austausch mit anderen.

Wenn es in der Nähe keine gibt

Auf dem Land ist die nächste Gruppe manchmal vierzig Kilometer weit, und damit ist sie keine Entlastung mehr, sondern ein weiterer Termin. Dann sind Online-Runden der bessere Weg: Viele Landkreise und Beratungsstellen laden inzwischen zu Videotreffen ein, für die man das Haus nicht verlässt und die Pflege nicht unterbricht.

Und der Weg, an den kaum jemand denkt: eine Gruppe selbst anstoßen. Die Selbsthilfe-Kontaktstelle hilft dabei, stellt Räume und bewirbt das erste Treffen. Das klingt nach zusätzlicher Arbeit und ist einmalig eine, während die Runde danach jahrelang trägt.

Und wer diese Seite geschrieben hat

Mutbriefe ist ein kleines Angebot, und es ersetzt keine Gruppe. Eine Runde von Menschen, die dasselbe erleben, kann etwas, das ein Brief nicht kann: widersprechen, mitlachen und beim nächsten Mal nachfragen, wie es ausgegangen ist. Wer eine Gruppe erreichen kann, sollte hingehen.

Für die Wochen dazwischen, und für die Menschen, bei denen ein Termin im Monat gerade nicht geht, gibt es hier einmal in der Woche einen persönlichen Brief per E-Mail, der nicht nach dem Menschen fragt, den du pflegst, sondern nach dir. Kein Termin, kein Antrag, kein Login. Geschrieben von einer künstlichen Intelligenz, die dein Profil kennt. Das steht hier so deutlich, weil du es vorher wissen sollst und nicht hinterher.

Ersten Brief gratis bekommen

Der erste Brief ist gratis. Danach 9 Euro im Monat, jederzeit kündbar.

Mutbriefe sind keine Therapie und ersetzen keine. Wenn es dir gerade sehr schlecht geht, sprich bitte mit einem Menschen: die Telefonseelsorge ist kostenlos, anonym und rund um die Uhr für dich da, unter 0800 111 0 111. Im Notfall wähle 112.